Marktwirtschaft! Ah ja?

Wie jedes Jahr kommt alles wieder total überraschend! Ende November waren viele überrascht: “Mensch jetzt ist ja bald Weihnachten!” Ja, liebe Leute, wie jedes Jahr kommt ganz überraschend der Dezember nach dem November. Doch noch erschreckender war es anscheinend, das es schneit. Natürlich könnte man sagen, in Mecklenburg hatten wir noch nie wirklich Winter! Und was waren bitte die 50cm Schnee im Januar?  Wanderdünen im Hochsommer? Wohl eher nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, das so ein Jahrhundertwinter sofort wieder kommt ist doch gering! Naja, mathematisch gesehen steigt sie sogar noch und außerdem, wir befinden uns im Klimawandel!

Doch neben der allgemeinen Aufregung in der Bevölkerung, haben natürlich auch Politik und Wirtschaft was zu der alljährlichen Dezemberpanik zu sagen. Wobei die Politik gerne die Möglichkeit ergriffen hat, von den wirklichen Problemen in der Welt abzulenken, z.B. den Auseinandersetzungen in Korea o.ä. und viel lieber den Gründer von Wikileaks verfolgen. Auch ist das neuste Konjungturpaket der Bundesregierung nicht so ganz angekommen denke ich. Sie denken sich jetzt: Konjungturpaket, wie das? Ja, die Frage “Wie?” und vorallem “Warum?” finde ich auch immer wieder spannend, die genauen Beweggründe für eine allgemeine Winterreifenpflicht und dann noch so kurzfristig sind mir leider auch nicht ganz bekannt. Vielleicht werden Sie sich immer noch fragen, warum das ein Konjungturpaket sein soll. Ganz einfach, es gibt bestimmt immer noch hunderte Autofahrer ohne Winterreifen und diese müssen sich jetzt welche kaufen. Der einzige Unterschied zu einem “offiziellem” Konjungturpaket ist, das dieses hier die Bevölkerung direkt bezahlt, wenn auch nicht jeder.

Wirklich witzig wird es aber erst, wenn man tatsächlich versucht sich Winterreifen zu kaufen, denn langsam wirds eng. Es gibt nämlich bereits einige Typen von Winterreifen nicht mehr. Noch lustiger ist, dass es Winterreifen gibt, die nur bis 120 oder 180 km/h zugelassen sind. Was passiert danach? Zerlegen sich die Reifen selbst und man fährt automatisch gegen einen Baum oder sind die Reifen einfach nur schlecht ausgewuchtet? So oder so einfach nur Sparmaßnahmen und somit Einsparungen für den Produzenten, jedoch nicht für den Konsumenten, der zahlt genausoviel, wie immer.

Im Prinzip kann man sagen, dass die Wirtschaft nicht mehr dem Markt folgt, sondern der Markt der Wirtschaft. Versuchen Sie mal einen Schneeschieber zu kaufen. Im Baummarkt neben an frage ich oder mein Vater bestimmt schon seit Anfang November. Anfangs hieß es noch, man bekomme nächste Woche eine Lieferung, dann konnte der eine Lieferant schon nicht mehr liefern (Warum auch immer) und nun bekam ich die Auskunft, dass der Lieferant schon nicht mehr ans Telefon geht, um ein Statement abzugeben. Die Unternehmen haben schon lange aufgehört das zu produzieren, was auf dem Markt gefragt und benötig wird, vielmehr beieinflussen Sie die Bevölkerung und so den Markt, so das immer das nachgefragt wird, was sie gerade produzieren möchten.

Nach Aussage von dem netten Herrn hinter der Rezeption, wollten die Firmen nicht auf den Schiebern sitzen bleiben und haben deshalb nicht viele produziert. Mit dem Ansturm, nach dem Jahrhundert Winter haben Sie natürlich nicht gerechnet, denn der Winter kommt ja, wie jedes Jahr, ganz plötzlich und unvorhersehbar.

In diesem Sinne
euer Martin, der noch immer keinen Schneeschieber hat…

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4 Comments

  1. also haben die reifenproduzenten so viele Lobbyisten in so hohen positionen, dass sie für einen (!!!) Winter ein gesetz in auftrag geben, damit sie mehr winterreifen verkaufen?
    ich bestreite nicht, dass so etwas möglich wäre, aber warum zur hölle? profitiern die reifen-menschen so sher von diesem winter-ansturm, dass sie sich danach zur ruhe setzen können?

    Die auswirkungen sind doch wirklich nichtig in hinblick auf das restliche marktgeschehen, dass ich ich nicht glaube, dass die Reifenproduzenten und Versicherungen dieser welt deswegen gleich ihre Machtinstrumente zur beeinflusung der deutsche politik in diesem maße rauslassen

  2. Die ziemlich übereilt beschlossene Winterreifenpflicht wirft schon einige Fragen auf. Sicherlich rutschen jedes Jahr viele Autos auf Sommerglatuen durch den Schnee – warum aber das passende Gesetz erst im tiefsten Winter verabschiedet wird, ist schon eigenartig. Schließlich bietet sich schon ohne diese Winterreifenpflicht alle Jahre wieder rechtzeitig zum Beginn der rutschigen Jahreszeit das gleiche Bild: lange Wartezeiten für Reifenwechsel und eine Verknappung der Ressource “Winterrad”. Wer nun sofort solche Reifen benötigt,hat ein Problem. Die Reifenproduzenten können vielleicht einen höheren Preis verlangen und die Unfallversicherung kann einfacher eine Zahlung beim Glätteunfall verweigern…

  3. Natürlich hast du Recht, dass die Reifenhersteller keine so große Not haben. Aber mehr Gewinn ist doch immer gut, oder nicht? Würdest du etwa nicht deine gekauften Politiker einsetzen um mehr Umsatz in der Branche zu machen?

    Die Unternehmen haben aber auch die Pflicht der Bedarfsdeckung, wie du aus unserem Wirtschaftskurs entnommen haben solltest und ich glaube schon, dass sich mit meinet wegen Schneeschiebern, etwas Gewinn machen lässt. Zugegebener Maßen nicht so viel wie, z.B. mit Autos, aber wenn das das Ziel ist, sollte das Unternehmen die Branche wechseln. Und ja, billiger geht immer, aber irgendwer muss es trotzdem produzieren…

  4. Ich übernehm mal die kritische stimme, die sonst dieser andere “perkuhn” immer zum ausdruck bringt:

    Ob die Winterreifenpflicht wirklich als konjunkturpaket gedacht ist, ist meiner meinung nach fraglich, denn ohne meinen Unwissnehit bloßstellen zu wollen, ist die Not der Reifenhersteller nciht so groß, dass sie eine geheime gesetzgebung benötigen, die den armen bürger ausraubt. Wenn es denn überhaupt so schlimm ist. Oder der böse Staat hat gesehn, dass winterreifen zahlreiche unfälle verhindern und wollten es eben noch vor dem winter durchbringen, wer weiß, wie lange das schon durch die bürpkratie geschlichen ist.

    Und das die Produzenten produzieren, was sie wollen, dafür würde mit einfach der Nutzen der Anbieter fehlen… wenn sie gleichzeitig den motorisierten schnee-Hubwagen verkaufen würden, ok, aber so kann ich mir schon vorstellen, dass schneeschieber als saisonartikel kaum große Gewinn-geschäfte sind. Und würdest du dein Unternehmen etwas produzieren lassen, was alle 5 jahre für 10€ über die ladentheke geht? Und wenn die not so groß ist, wird sich schon ein Kik-laden finden, der auch das im angebot hat, denn billiger gehts immer…

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