Abi, Studium, Projekte und die liebe Zeit

Es ist schon erstaunlich, wie die Zeit vergeht, man nimmt sich Dinge vor, denen man sich unbedingt widmen will und in die man mehr Zeit und Energie stecken will – ja vielleicht sollte. Und doch ist es erstaunlich schwer seine eigenen Pläne einzuhalten. Viele Leute sprechen in diesem Zusammenhang von der Welt die sich immer schneller dreht, von dem Puls der Zeit, welcher uns Menschen noch das Letzte Bisschen Gesundheit und Ruhe raubt. Doch ich stehe hier und frage mich: Was hast du von den Dingen erreicht, welche du erreichen wolltest? Was hast du wirklich zu Ende gebracht? Worin liegt dein Beitrag für diese Welt, vielleicht auch nur für deinen Mikrokosmos? In solchen Momenten halte ich meinen Gewissen immer vor, auf welch tolle Dinge ich schon mit einem Alter von nur 19 Jahren zurück blicken kann. Mein Verstand beruhigt sich selbst, wohl wissend, dass wenn er es nicht tut, er sich irgendwann in einer Depression wieder finden würde.Was allerdings wirklich mein Problem ist, dass ich meine Zeit nicht bewusst erlebe. Ich lebe in den Tag hinein und schaue mal, was so kommt. In geringen Mengen mag dies auch sehr gut sein und man darf nie vergessen zu entspannen. Doch für mein Gewissen ist diese Vorgehensweise Gift! Mein Vater sagte einmal zu mir: “Ich hätte meine freie Zeit bewusster Leben sollen, also 1-2 Stunden intensiv an einem Projekt arbeiten und danach mit Freunden was unternehmen” Jetzt habe ich eine ungefähre Vorstellung davon, was er meinte. Es geht nicht darum nur der Geek im Keller zu sein, oder der totale Partylöwe (Beides trifft wohl in Grenzen auf meinen Vater zu und wieder auch nicht), sondern sein Leben zu ordnen. Man soll sich seinen Spaß nicht dadurch ruinieren lassen, dass man doch nur wieder Musik hörend auf dem Bett rum lag anstatt eine Recherche abzuschließen und anschließend vielleicht seinen Freunden zu sagen, dass man noch etwas recherchieren muss und deswegen leider heute nicht mit in die Bar kann. (Um mal ein Beispiel aus meinem Leben zu nennen) Zum Glück habe ich mittlerweile gelernt, mein soziales Leben höher anzusiedeln als einige andere Dinge im Leben und so würde ich heute wohl die verdammte Recherche liegen lassen und mit feiern gehen.

Was ich jedoch keineswegs schaffe ist es meine Ideen zu verwirklichen oder wenigstens meine bisherigen Ideen zu einem Ende zu bringen. (Man siehe sich nur mal diesen Blog an, oder das WordPress-Tutorial) Wem gebe ich nun die Schuld dafür? Meine bisherigen Zeile lesen sich so, als ob ich die Verantwortung in der Hast unserer Zeit suche. “Der Mensch attribuiert seine eigenen Misserfolge mit Vorliebe external.” wurde uns im Studium beigebracht. Wir sollen ja wissen wie unsere späteren Angestellten so ticken, wie wir noch mehr Leistung aus ihnen raus quetschen können und wie wir das System Kapitalismus bis ins Letzte mittragen und am meisten Profit herausschlagen können. Doch ich schweife ab…
Ich möchte nicht external attribuieren, d.h. ich möchte nicht die Schuld bei anderen suchen, sondern ich will selbst Verantwortung für mein Leben haben und ich weiß auch, dass diese Probleme keineswegs an der heutigen Zeit liegen, denn schon mein Vater kämpfte ja mit ähnlichen Problemen!

Was also tun? Wie handeln? Ehrlich gesagt ich weiß es nicht recht. Das letzte 3/4 Jahr über ist so viel passiert und eigentlich doch wieder nicht: Ich hab mein Abitur geschrieben, habe in einem IT-Unternehmen gearbeitet, wurde immatrikuliert und bin zweimal umgezogen! (Was ich nicht empfehlen kann, kümmert euch rechtzeitig um eine Wohnung! Es nicht bequem 4 Wochen auf der Couch von einem Kumpel zu pennen) Wenn man es so nieder schreibt kommt es einem enorm vor. Eben war man noch Schüler der 12. Klasse und redet sich vor 3 Prüfern um Kopf und Kragen und einen Moment später hat man sein erstes eigenes Geld verdient und ist Student!

Vielleicht muss man an einigen Punkten im Leben einfach inne halten und sich bewusst werden, was man erreicht hat und wo man steht und man muss sich feste Rituale festlegen, d.h. immer Sonntags schreibe ich im Blog und jeden Freitag nachmittag vorm Training programmiere ich ein Stück. Zu mindestens werde ich dies in Zukunft mal probieren. Obwohl ich gespannt bin, ob diese neuen Pläne mit meinen Studium harmonisieren, denn im Gegensatz zu allen Vorurteile besteht das Studentenleben nicht immer aus Ausschlafen, Feiern und naja anderen frivolen Dingen. Zumindestens im Studium der Wirtschaftsinformatik hat man immer gut zu tun mit Hausaufgaben, “freiwilligen” Übungen etc. pp. Vielleicht liegt es ein wenig daran, dass man im 1. Semester die Hauptvorlesung aus Informatik und das Hauptmodul aus BWL besuchen darf..? Doch ich will nicht schon wieder external attribuieren, denn schließlich habe ich mir dieses Studium ausgesucht und bereue meine Entscheidung noch nicht. Nur hätte ich gern etwas mehr Zeit für meine eigenen Interessen, aber vielleicht ändert sich dies mit meinem neuen Vorhaben des Zeitmanagements etwas.

In der Hoffnung, dass ich am Ball bleibe
Martin

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